Presse
19.01.2018, 10:00 Uhr | Märkische Oderzeitung / Onlineredaktion / Irina Voigt
Doppeldorf-Kandidaten im Kreuzverhör
SENIORENBEIRAT VON PETERSHAGEN-EGGERSDORF LUD BÜRGERMEISTERBEWERBER ZUM WAHLFORUM EIN / NÄCHSTE GELEGENHEIT AM 26. JANUAR
Das erste Mal stellten sich die Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 25. Februar in Petershagen-Eggersdorf in großer Runde den Fragen der Bürger. Seniorenbeirat und -vereine hatten dazu eingeladen.
Wahlforum: Christoph Schlemmer, Pfarrer im Ruhestand, moderierte den Abend in der Schulaula, an dem 130 Gäste teilnahmen. © Foto: MOZ/Gerd Markert
Mit seiner munteren Anmoderation hatte Pfarrer i. R. Christoph Schlemmer das Eis gebrochen und war sich der Aufmerksamkeit der über 130 Gäste in der Aula der Eggersdorfer Grundschule sicher. Die hatten viele Fragen an die Kandidatenrunde. Vor allem den Erklärungen und Ansichten der drei langjährigen Gemeindevertreter - Monika Hauser, Ronny Kelm (SPD) und René Trocha (Bü. 90/Grüne) -, die nun Bürgermeister werden wollen, wurde aufmerksam gelauscht und es wurde nachgehakt.

Da ging es hauptsächlich um angemessene Wohnmöglichkeiten für Ältere. In den zurückliegenden Jahren hätten auch diese Gemeindevertreter wie bei der Energieinsel "Investoren mehr Steine in Weg gelegt, mehr Forderungen als Förderungen ausgesprochen, als Ergebnisse für die Senioren zu erzielen", hatte es unter anderem Gernot Ewert dargestellt. "Keine Flächen, aber 1000 Sonderwünsche", charakterisierte er die "übliche Vorgehensweise" im Doppeldorf.

Monika Hauser verwies hingegen auf den Altenbericht und die Fortschreibungen, die dafür ein Konzept beinhalteten. "Potenzial, auch für seniorengerechten Wohnungsbau, hat vor allem das Gebiet an der alten Gärtnerei", stellte sie dar. Aus ihrer Sicht sollte man den Zuzug aus Berlin stoppen und gebaut werden sollten vornehmlich Ein- und Zweifamilienhäuser im Innenbereich.

Ronny Kelm sah auch die geschaffene Sozialberatungsstelle als Ansatz und erklärte, dass in den Jahren die "Gemeindevertreter versucht haben, Projekte voranzutreiben, aber Investoren nicht Schritt gehalten haben". Er habe Visionen, aber "wir sollten nicht die Fehler der Verdichtung der Nachbargemeinden wiederholen". "Die Vereinsförderung kommt auch Senioren zugute und ebenso der kürzlich eingeweihte Seniorenspielplatz trägt dazu bei", stellte René Trocha die Arbeit als Gemeindevertreter dar.

Angesichts des Publikums im Seniorenalter drehten sich viele Fragen genau darum. "Was werden Sie für die älteren Petershagen-Eggersdorfer tun?", formulierte Schlemmer die Frage an jeden Einzelnen. Für Stephan Schwabe (Linke) ist die Barrierefreiheit eine wichtige Aufgabe. "Das geht nicht im Ehrenamt, dafür müssen im Rathaus die Bedingungen geschaffen werden", sagte er. Marco Rutter (FDP) wolle sich einer "Ortsentwicklung für alle Altersgruppen stellen", sagte er und sah die Gemeinde sowohl für Pflicht- als auch freiwillige Aufgaben "gut aufgestellt". Der Ahrensfelder Maik Berendt (CDU) stellte fest, dass man sich sehr wohl um die Neuzugezogenen kümmere, "aber manchmal werden darüber die vergessen, die schon lange hier sind und vieles auf den Weg gebracht haben". Für ihn sei die Mobilität das Wichtigste.

Mobilität war das nächste Stichwort. Alle Kandidaten sprachen sich für einen 20-Minuten-Takt der Busse aus. Vor allem innerorts müssten mehr Busse fahren, nur so könne man der Parkplatznot am S-Bahnhof Herr werden, erklärte Rutter. Allerdings müssten Routen und Takte so den Bedarfen angepasst sein, dass eben nicht in einem Bus mit 50 Plätzen nur zwei Leute drin säßen. Während Kelm für Ortsumgehungsstraßen war, lehnte Trocha die ab. "Wir haben genug Straßen, die und auch Geh- und Radwege müssten nur auf Vordermann gebracht werden", sagte er. Jede neue Straße würde zudem Natur zerstören. Monika Hauser sagte, sie wolle sich dafür einsetzen, dass, wenn der Kreis nicht mehr Busse finanziere, da die Gemeinde übernähme. Die Anregung aus dem Publikum, Busse innerorts kostenfrei fahren zu lassen, nahmen die Kandidaten gern auf.

Klare Frage, klare Antworten gab es in Bezug auf ihre Haltung zur Petershagen-Eggersdorfer Baumschutzsatzung. Von Trocha gab es ein deutliches "Nein" für Änderungen. Schwabe war das Thema "zu komplex, um mit Ja oder Nein zu antworten". Alle anderen konnten sich sehr wohl vorstellen, dass man die Grundstücksbesitzer innerhalb und außerhalb von B-Plangebieten gleich behandeln sollte.

Die Lokale Agenda lädt am 26. Januar, 19 Uhr, in die Aula der FAW-Gesamtschule zu einem weiteren Wahlforum ein. Es besteht die Möglichkeit, vorab Fragen einzusenden. Diese können per E-Mail an: achim.sydow@freenet.de gesandt werden.